Schlimmer, geht immer
Schon wieder zu große Töne gespuckt. Von wegen gesund. So langsam weiß ich überhaupt nicht mehr wie sich das anfühlt, gesund zu sein…
Ich persönlich hatte ja bereits Montag mit meiner Malaria abgeschlossen. Ich sei geheilt, posaunte ich lauthals herum, und verhielt mich auch so. Mittwoch machte ich mich auf den Weg zum Landwirtschaftsprojekt, dort fand eine Zertifikatsvergabe an die Landwirtschaftsschüler statt. Als Preise für die Besten wurden Ziegen vergeben. Ich war bereits um halb 12 dort, mit einer Verspätung von einer halben Stunde, um den Rest der Leute aus Bujumbura mit einer Verspätung von 3,5 Stunden zu erwarten. Abends kamen wir auf Grund des kaputten Motorrads erst viel zu spät heim. Den ganzen Tag hatte ich vorsorglich wenig getrunken, den Klos sind natürlich nicht im Programm eingeplant. Die ganze Aktion hat mich dann doch sehr erschöpft, durch den Wassermangel bekam ich dann auch noch Halsweh.
Donnerstag mache ich mich dann wieder auf zum Malaria-Test zur Kontrolle. Natürlich gehe ich davon aus, dass er negativ ist, nicht nur, weil ich mich ja schon gesund fühle, sondern auch weil ich an die Alternative noch einmal Medikamente nehmen zu müssen, überhaupt nicht denken will. Als ich das Ergebnis abhole, habe ich trotzdem Angst. Und meine schlimmsten Befürchtungen werden wahr. Immer noch Malaria, ich solle Medikamente nehmen. Ich würde am liebsten in Tränen ausbrechen und vor Wut die Arztpraxis auseinandernehmen. „Nein“, sag ich. „Auf keinen Fall.“ Der Arzt sieht mich entgeistert an, ich erzähle ihm, dass ich doch gerade erst die Medikamente genommen habe und dass ich das nicht noch mal packe. Er ist einverstanden, dass ich noch mal eine Woche warte. Wahrscheinlich haben die Medikamente noch nicht fertig gewirkt. Ich bin erleichtert. Glück im Unglück. Ich nehme mir vor, mich jetzt wirklich zu schonen, damit die Malaria auch vollständig ausheilt. Aber es scheint, als würde mir mein Körper in diesem Punkt nicht ganz trauen und müsse deshalb noch eins oben drauf setzten. Gestern Abend war ich noch in einer Kneipe einen Fleischspieß essen. Ja, ich gebe es zu, ich leide wieder einmal unter der einseitigen Reis-Bohnen Ernährung. Egal wie satt ich bin, ich bin nie zufrieden und halluziniere mir alles Mögliche Essen zusammen, was nichts mit Reis und Bohnen zu tun hat. Ich weiß, dass einen Essen nicht glücklich macht, aber hier beginne selbst ich daran zu glauben. Als ich gefragt wurde, ob ich was Essen will, sagte ich ironischer weise „Ja, ich brauche Fleisch um gesund zu werden.“ Ein paar Stunden später bin ich dann erst richtig krank. Statt auf dem Klo zu sitzen, lag ich kotzend davor und kann nicht glauben, dass eine einzige Person so viel Pech auf ein Mal haben kann. Ich hatte nicht geplant, in den zwei Monaten noch einmal alle Krankheiten des ganzen Jahres mitzunehmen. Dafür ist einfach nicht die Zeit. Von der Seite betrachtet, ist es fast gut, dass es mich alles auf einmal erwischt. Aber das Halsweh verträgt sich nicht so gut, mit dem Übergeben. Und die Malaria sagt, ich solle viel Essen aber mein Bauch macht mir einen Strich durch die Rechnung. Es gibt nur eins was alle drei Krankheiten gleichzeitig verlangen: Viel trinken und im Bett bleiben.

März 16, 2010 um 9:56 vormittags
hallo meine liebe!
ich wünsch dir gute besserung und für die verbleibende zeit ein bissl mehr glück
März 16, 2010 um 10:14 vormittags
danke
ich bin jetzt zum glueck wirklich wieder gesund…also selbst der test nr.3 war nun endlich negativ…
ausserdem habe ich gestern ne zusage fuer ein auslandssemester in frankreich bekommen, was zumindest meiner psychischen gesundheit sehr gut tat
juhuuuuu, naechsten winter zumindest etwas mehr im sueden, in bordeaux…irgendwann musste sich ja mein pech mal in glueck umwandeln^^
viele liebe gruesse und ein paar warme sonnenstrahlen schicke ich euch nach deutschland!
März 19, 2010 um 10:26 vormittags
uiuiui….du armes mädchen. aber die sonnenstrahlen sind bei uns angekommen! vielen dank! und gratulations zu deinem auslandssemester!!!
eine wundervolle letzte zeit wünsche ich dir! bizzz