So, mich gibt es immer noch. Die Doku die während ich da war über Burundi und die Projekte der Fondation Stamm/Burundikids e.V. gedreht wurde, ist nun endlich fertig, gut gelungen und auf YouTube. Also wenn ihr euch ein genaueres Bild machen wollt, dann schauts euch an!! Zeigt viel von dem, was ich versucht habe in Worte zu fassen, was mir aber nicht immer gelang: die Atmosphäre, die Kinderheime, die Trommler, die Armut, die Hoffnung, die Lebensfreude…ein Stück Burundi eben! Hier die Links von Teil 1 und 2:
Eindrücke
Veröffentlicht in Uncategorized am April 10, 2010 von johannaseitzWieder zurück
Veröffentlicht in Uncategorized am April 10, 2010 von johannaseitzUnd schon sind die zwei Monate wieder vorbei. Seit gestern bin ich wieder in Deutschland, habe wieder saubere Füße und bin übersättigt. Der Abschied in Burundi war dieses Mal nicht so schlimm, jeder weiß, dass ich sowieso immer wieder zurückkommen werde und ich habe die Gewissheit auch immer wieder mit offenen Armen aufgenommen zu werden. Ich habe vor, im Sommer 2011 mein zweimonatiges Praktikum, dass ich fürs Studium machen muss, in Burundi bei einer holländischen NGO (TPO) zu absolvieren. Diese Zeit ist also überschaubar. Jetzt genieße ich also wieder die ganze Vorteile Deutschlands und werde bei dem schnellen Internet zum Abschluss auch noch ein paar Bilder für hochladen. Vielen Dank fürs Blog lesen!!!
Schicksale
Veröffentlicht in Uncategorized am März 26, 2010 von johannaseitzMeine Zeit im Landesinneren ist nun vorbei, ich bin wieder in Bujumbura, nachdem ich noch zwei Tage in einem anderen Kinderheim in Ngozi verbracht habe. Ich liebe das Landesinnere, aber ich bin auch unglaublich froh wieder hier in der Hauptstadt zu sein, duschen zu können, essen was und wann ich will. Es ist auch schön wieder meine Freunde um mich zu haben, nicht dass ich im Landesinneren keine Freunde hätte, aber hier ist es einfach etwas anderes. Und es ist auch ganz schön ab und zu einem Weißen über den Weg zu laufen und Deutsch zu reden.
Die letzten Tage im Kinderheim in Muyinga habe ich noch damit verbracht, die Dossiers, mir fehlen bereits die Deutschen Wörter, für die Kinder ab zu tippen. Dossiers, hhmm, da steht eben die Herkunft und Geschichte der Kinder drin, ihr Verhalten und so weiter. Anfangs haben mich die Geschichten der Kinder immer besonders interessiert, aber ich merkte schnell, dass das ziemlich belastend ist und die Gefahr besteht, die Kinder danach mit anderen Augen zu sehen. Wie begegnet man den Jungs, wenn man weiß, dass sie auf der Straße andere vergewaltigt haben? Scheinbar ist das auf der Straße bereits ab dem Alter von 11 üblich, ich kann es kaum glauben. Wir haben in Deutschland eine gewisse Vorstellung von Vergewaltigern, die ganz und gar nicht mit den Jungs in den Heimen übereinstimmt. Ich kann es mir nicht vorstellen und ich will es auch überhaupt nicht.
Oft wenn ich versuche den Jungs ein wenig Französisch oder Englisch zu unterrichten, platzt mir fast der Geduldsfaden, weil sie einfach sehr wenig und sehr langsam verstehen. Ich kann einfach nicht nachvollziehen, wie man so einfache Dinge nicht blicken kann. Aber durch die Geschichten der Kinder wurde mir einiges klarer. Fast alle haben als sie auf der Straße waren, Drogen genommen, was weiß ich alles geraucht und geschnüffelt. Und das als kleine Kinder, einer unserer Jungs hat bereits im Alter von 3 Jahren auf der Straße gelebt. Das das erhebliche Schäden im Gehirn anrichtet, ist klar. Sébastien ist verzweifelt: „Ich lerne und lerne, aber es bleibt einfach nichts in meinem Kopf. Es ist lange her, dass ich mit den Drogen aufgehört habe, aber sie verfolgen mich, versuchen immer noch meine Zukunft zu zerstören.“ Aber er gibt trotzdem nicht auf. Er lernt weiter. Dann eben noch fleißiger!
Wieso landen Kinder auf der Straße? Das ist der traurigste Teil der ganzen Geschichten. Denn die meisten von ihnen sind keine Waisen, zumindest keine Vollwaisen. Es läuft oft nach demselben Schema ab. Meistens stirbt ein Elternteil, der Mann verlässt die Frau oder das Kind ist von Anfang an unehelich. Wenn der Mann stirbt kann es vorkommen dass er vorher noch den ganzen Besitz verkauft, und der verwitweten Frau bleibt nichts. Das Elternteil das übrig bleibt, heiratet dann fast immer neu, denn verheiratet sein scheint hier so gut wie Pflicht zu sein. Der neue Ehepartner akzeptiert aber in der Regel keine Kinder aus alter Ehe, sie werden höchstens als Arbeitskräfte versklavt. Zu essen bekommen sie kaum etwas. Wenn das essen dann insgesamt knapp wird, kann es zu Mordanschlägen auf die eigenen Kinder kommen. Denn der Ehepartner wird scheinbar meistens den eigenen Kindern vorgezogen, will er die Kinder nicht, will man sie selber auch nicht mehr. Und man hat ja sowieso bereits neue Kinder aus der neuen Ehe, wozu also noch der Ballast aus alter Ehe? Den Kindern wird angedroht, dass sie vergiftet werden, ein Kind wurde in ein Wasserbecken gestoßen. Von der eigenen Mutter. Die Nachbarn mussten ihn retten. Die Kinder fliehen aus Todesangst auf die Straße. Ich komme zu dem Schluss, dass es ein harmloseres Schicksal ist, wenn die Eltern sterben, als wenn man von ihnen verstoßen wird. Was ist das für ein Start ins Leben? Auf der Straße klauen, betteln und arbeiten sie. Und sie hungern. Um schlafen zu können und um die Situation zu ertragen, helfen nur die Drogen.
Ich bin immer wieder überrascht, dass diese Kinder so etwas durchgemacht haben. Sie wirken auf mich wie ganz normale Kinder. Und wenn ich sie ansehe frage ich mich, wie man so liebenswürdige Kinder verstoßen kann. Ich verstehe es nicht und empfinde Wut und Hass auf ihre Eltern, die sie in die Welt gesetzt haben um ihnen dann so etwas anzutun. Auf all die Mütter, die sich lieber ihrem neuen Ehemann unterwerfen als für ihre eigenen Kinder zu kämpfen. Ich weiß, dass Leben hier ist hart, aber ich beginne nun Respekt für die Frauen zu empfinden, die gemeinsam mit ihren Kindern auf der Straße leben. Immerhin haben diese Kinder eine Mutter. Und wer oder was kann schon eine Mutter ersetzten? Man sagt, dass der Krieg die Menschen verändert hat. Dass das Gemeinschaftsgefühl verloren gegangen ist und jetzt jeder nur noch ein Einzelkämpfer ist. Aber ist die Armut eine Rechtfertigung für alles? Der Krieg hat die Menschen so gemacht. Aber es sind auch die Menschen, die den Krieg gemacht haben.
Color your life
Veröffentlicht in Uncategorized am März 19, 2010 von johannaseitzDas ist hier der Werbeslogan einer Farbfirma und diesem Motto sind wir hier im Kinderheim gefolgt und haben die Wände angemalt. Ich bin das Risiko eingegangen, die Jungs selbst malen zu lassen und selbst zu entscheiden was sie malen wollen und es hat sich gelohnt. Auf den zuvor abgehalfterten Wänden sind jetzt Blumen, Trommler, Fahrräder, Fußballspieler, Herzen, Tiere und burundische Landschaften zu sehen, es haben sich hier einige als Naturtalente entpuppt.
Wasser- Fluch und Segen
Veröffentlicht in Uncategorized am März 19, 2010 von johannaseitzMomentan ist Regenzeit. Das ist gut, für die Landschaft und für die Felder, aber es bringt auch einige Komplikationen mit sich. Den der Regen, vor allem hier im Landesinneren, ist nicht unbedingt das, was wir uns unter Regen vorstellen. Hier könnte man ihn teilweise mehr mit einem überdimensionalen Wasserfall vergleichen. Wenn es hier richtig regnet, kommt das Leben zum Stillstand. Jeder stellt sich irgendwo unter, die Hütten stehen offen, wenn man unterwegs ist, darf man sich auch bei Fremden unterstellen. Selbst die Ziegen wollen sich in die Hütten fliehen, doch sie werden mit Tritten wieder vertrieben, denn es drängen sich bereits genügend Menschen darin. Ich starre ungläubig in einen Regen wie ich ihn noch nie gesehen habe, und er trommelt mit einer Wahnsinns Wucht gegen das Wellblechdach, so dass man kein Wort mehr versteht. Ich versuche mir vorzustellen wie es ist, in diesem Regen unterwegs zu sein, die Wassermassen die hier herunter klatschen müssen schmerzhaft sein und ich frage mich ernsthaft ob da draußen überhaupt noch genug Sauerstoffgehalt in der Luft ist. Genauso schnell und unvermittelt, wie der Regenschauer begann, hört er auch wieder auf. Es scheint unheimlich still. Die Sonne kommt wieder heraus. Die Wege sind nun zu Flüssen geworden, dass Wasser bahnt sich seine Wege nach unten. Teilweise können somit Regenfälle im Landesinneren zu Überschwemmungen in der Hauptstadt Bujumbura führen.
Auch die letzten zwei Nächte hat es wie aus Eimern geschüttet, ich konnte vor lauter Lärm nicht mehr schlafen. Und während ich in meinem warmen Bett liege, denke ich an die Menschen, in ihren Lehmhütten, die nun wohl senkrecht stehen und denen das Wasser durch die Hütten strömt.
Und obwohl hier so viel Wasser von oben kommt, kommt verhältnismäßig wenig Wasser aus der Leitung. Manchmal den ganzen Tag lang nicht. In der Trockenzeit manchmal tagelang nicht. Hier habe ich Wasser schätzen gelernt, und auch wenn ich mich mit eiskaltem Wasser aus Eimern wasche, genieße ich es hier, wie sonst nirgendwo. Und wenn dann der eine Wasserhahn hier im Kinderheim tatsächlich Wasser ausspuckt, dann ist hier die Hölle los. Alle rennen, schnappen sich ne Seife und ihre dreckigen Klamotten, und alles was waschbar ist, wird gewaschen. Wenn ich mich jedoch mit dem Wäsche-per- Handwaschen versuche, werde ich mitleidig ausgelacht. Und wirklich, obwohl ich sechsmonatige Erfahrung habe, kann ich es überhaupt nicht. Wenn ein Fleck in meiner Kleidung ist, dann bleibt der da auch, egal wie sehr ich rubbel. Die Kinder können das nicht länger mit ansehen und helfen mir, das Wasser wird peinlich dreckig, fast schwarz und die Kinder fragen mich, ob ich denn auf der Straße lebe. Danach sind meine Kleider so sauber wie noch nie. Keine Waschmaschine ist so gründlich. Wenn es Wasser gibt, läuft der Wasserhahn ohne Unterbrechung, alle Kanister und Sammelbecken werde aufgefüllt, man was weiß ja nie, wann es wieder Wasser geben wird.
Halleluja – Amen!!!
Veröffentlicht in Uncategorized am März 16, 2010 von johannaseitzLetztes Wochenende war ich sehr krank und konnte somit den Gottesdiensten entgehen. Mittlerweile geht es mir zum Glück wieder einigermaßen gut. Also muss ich meine Versprechen einlösen. Ausversehen habe ich zu viele gegeben, was für mich heißt, Samstag und Sonntag in die Kirche. Ich hatte so oder so vor, in die Kirche zu gehen, es gehört einfach zu Burundi dazu. Und wenn ich am Leben der Kinder teilnehmen will, dann darf ich auch diesen, für sie oft den wichtigsten Teil nicht auslassen. Und es freut mich, ihnen diese Freude machen zu können. Sie sind so unglaublich stolz, wenn sie an meiner Seite die Kirche betreten. Endlich ein Ausgleich dafür, dass sie sich oft dafür schämen müssen, schlechter gekleidet zu sein als der Rest. Ich verstehe es nicht ganz, da ich nicht das Gefühl habe, jemand würde sie schräg ansehen, jeder weiß, dass sie arm sind und daraus wird ihnen ja auch kein Vorwurf gemacht. Und trotzdem leiden sie darunter, fragen mich vor allem deswegen immer wieder nach Schuhen.
Samstag gehe ich also einmal wieder in eine der Pfingstkirchen. Zudem noch einer der strengsten, ich frage tausendmal vorher, ob mein einziger Rock, der gerade so über die Knie geht, wirklich in Ordnung ist. Hosen sind für Frauen ein Tabu. Ich bin die erste Weiße, die diese Kirche betritt. Sofort werde ich in die erste Reihe geführt, mir wird ein Übersetzter zugeteilt. Ich stöhne unbemerkt auf, es ist so unglaublich anstrengend, zweieinhalb Stunden aufmerksam einem Übersetzter zu hören zu müssen. Mir wird ein Stuhl angeboten, doch ich lehne eine Sonderbehandlung dankend ab, und bleibe auf meiner Holzbank ohne Lehne sitzen. Schon kurze Zeit später schmerzt mein Rücken und ich bereue meine Entscheidung. Ein Chor nach dem anderen geht nach vorne und singt, und sie singen wunderschön, aber diese Kirche ist so streng, dass man nicht tanzen darf. Nicht einmal in der Kirche. Dadurch wirkt das ganze seltsam verkrampft und aufgesetzt. Zur Begleitung wird getrommelt, ein Rhythmus der eigentlich mitreist, aber keiner darf sich bewegen, auf jeden Fall nicht so, dass es nach tanzen aussehen könnte. Der Pastor ist ein alter Mann, er predigt von einem bösen Gott, schreit die Menge an, droht. Ich erinnere mich daran, wie ich Safari, auch Mitglied dieser Kirche, gefragt habe, wovor er Angst habe. Die anderen Kinder antworteten, vor dem Krieg, vor Hunger, vor Soldaten. Safari hat Angst vor Gott. Mich wundert nichts mehr. Immer wieder, wenn der Pastor von seinem Geschrei eine Verschnaufpause braucht, setzt er kurz ein Lächeln auf und sagt „Gott sei mit euch.“ Selbst das, wirkt seinem Mund bedrohlich. Irgendwann stellt mir der Übersetzter die gefürchtete Frage, in welcher Kirche ich den gewöhnlich bete. Ich gehe nicht in die Kirche, sage ich. Er blickt mich verstört an, fragt ob ich zumindest an Jesus und an die Bibel glaube. Ich schüttele den Kopf und sein Blick verrät tiefes Mitleid, als hätte ich ihm verkündet, dass ich an einer unheilbaren Krankheit leide und in ein paar Tagen sterben werde. „Das ist schlimm“, sagt er und den Rest der Messe übersetzt er nicht mehr, sonder versucht mich zu bekehren, was noch um einiges anstrengender ist. Ich lasse es über mich ergehen. Er versteht nicht, dass man jemanden, der nicht an die Bibel glaubt auch nicht mit Aussagen aus der Bibel überzeugen kann. Er sieht in mir ein Opfer. Ein sündiges Opfer, das noch früh genug dafür büßen wird und das tut ihm leid, denn er ist ein guter Mensch und er wird für mich beten. Für ihn ist die Religion so essentiell, so überlebenswichtig, dass er das ganze so wenig nachvollziehen kann, als sagte ich, ich glaube nicht an die Luft zum atmen. Er fragt ob er mich besuchen kommen darf. Ich sage, nur wenn wir nicht über Gott reden. Wir werden keine Lösung finden. Er ist verzweifelt. Er hätte mich so gerne gerettet. Am Schluss wird mindestens eine Viertelstunde Gott gedankt, dass er ihnen heute eine Weiße beschert hat. Ich muss mich vorstellen. Allen Pfarrern und wichtige Leuten die Hand geben. Ich werde gesegnet, Jesus soll mich begleiten auf allen meinen Wegen, Halleluja, ich starre zu Boden und fühle mich ein wenig, wie eine Heuchlerin.
Heute, Sonntag, musste ich also schon wieder in die Kirche. Versprochen ist versprochen. Wieder eine Pfingstkirche, aber dieses Mal um einiges angenehmer. Diese Kirche ist nun mehr eine Kirche der Armen. Konstruiert mit ein paar Baumstämmen, Wände aus Bambushölzern und eine Decke aus Unicef-Isoliermatten, mit Stroh bedeckt. Girlanden, gebastelt aus alten, vollgeschriebenen Schulheften. Kinder in Lumpen und ohne Schuhe. Kleine Kinder, die noch kleinere auf dem Rücken tragen. Ein Keyboard und dröhnende Lautsprecher. Alle springen durch die Gegend, tanzend, grölend, außer sich vor Freude. Keiner bleibt sitzen, es entsteht eine Art Tanzfläche. Der Gottesdienst wird nicht von alten, grimmigen Männer gehalten sondern von jungen, nicht älter als 25. Schick angezogen, aber trotzdem glitzert ein Obama-Gürtel unter dem Anzug hervor. Ich bekomme angenehmerweise keine Sonderbehandlung und keinen Übersetzter, wahrscheinlich kann hier auch niemand wirklich französisch. Vorstellen sollen sich die Gäste trotzdem, ich stelle mich auf Kirundi vor und die Leute sind begeistert. Die Predigt gleicht einem Theaterstück. Die Gestik des Pastors könnte Pantomime sein, nur dass er dazu auch noch rumbrüllt. Er erzählt Geschichten, von Wunderheilungen, die im Fazit aussagen, dass man nicht zum Arzt soll sondern beten. Mathieu, den ich hierher begleitet habe, hat mir zuvor von seinen Augenproblemen erzählt, ich sagte, ich werde versuchen Geld zusammen zu kratzen um ihn und ein paar andere Jungs zum Optiker zu schicken und ihnen eine Brille zu kaufen. Danach sagte ich zu ihm zum Spaß, dass er ja überhaupt keine Brille bräuchte sondern einfach mehr beten müsste. Er lacht und sagt, nein das würde ja nicht immer klappen, ich hätte das nicht richtig verstanden. Ja, immer bin ich diejenige, die nicht richtig versteht. Im Endeffekt ist auch die Kirche eine Art Wirtschaftsunternehmen, die auf Nachfrage und Angebot basiert. Den Leuten wird erzählt, was sie hören wollen. In diesem Fall, haben die Leute kein Geld für den Arzt, sie leiden Hunger. Also wird erzählt, dass Jesus einem zu Essen gibt und Gott einen heilt. Und die Leute sind zufrieden. Auch wenn sie nicht satt werden, nachdem sie den ganzen Vormittag in der Kirche waren. Dann müssen sie eben noch mehr beten. Vor mir sitzt ein abgehalftertes Kind, sein Kopf ist von weißen Pilzen übersät. Am Hinterkopf steht eine große Beule, fast wie ein Tischtennisball, hervor, in der es pocht, als würde sie jeden Moment platzen. Und für einen Moment versuche ich selbst daran zu glauben, dass Gott es heilen wird.















